Künstliche Intelligenz (KI) und deutsches Recht: was für Ihr Unternehmen gilt
Welche Gesetze gelten, wenn Ihr Unternehmen KI einsetzt, und was das praktisch für Sie bedeutet. Unten nach Rechtsgebieten: das Gesetz in Kurzform, Ihre Pflichten und die offizielle Quelle zum Nachlesen.
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- Die KI-Verordnung der EU und das deutsche KI-MIGVerordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung, englisch AI Act), geändert durch die Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital Omnibus) + KI-MIG (seit 29. Juli 2026 in Kraft)
- Datenschutz (DSGVO und BDSG)Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO) + Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)
- E-Rechnung und Steuern (§ 14 UStG)§ 14 UStG in der Fassung des Wachstumschancengesetzes (E-Rechnungspflicht B2B)
6 Themen, jeweils mit dem Wortlaut der Regel, ihrer Bedeutung für Sie, den Sanktionen und der amtlichen Quelle.
Die rechtlichen Säulen
Die vollständigen Gesetzestexte, erläutert
Nach Branchen
Über die allgemeinen Regeln hinaus bringen einige Branchen eigene Besonderheiten mit, die Sie beim KI-Einsatz im Blick behalten sollten.
- Ihr Website- oder WhatsApp-Chatbot, der Probefahrten bucht oder Inzahlungnahme-Anfragen beantwortet, muss seit dem 2. August 2026 so gebaut sein, dass Kunden erkennen, dass sie mit einem KI-System sprechen (Art. 50 KI-VO).Beispiel: Der Chat startet mit einem kurzen KI-Hinweis; danach bucht der Assistent die Probefahrt ganz normal.
- Lead-Daten über die WhatsApp Business API verarbeitet Meta als Ihr Auftragsverarbeiter. Private Verkäufer, deren Daten eine KI aus Portalen ausgelesen hat, dürfen Sie ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung nicht werblich anschreiben oder anrufen (§ 7 Abs. 2 UWG).Beispiel: Ihre KI beantwortet eingehende Anfragen, statt fremde Inserenten anzuschreiben; für Werbenachrichten liegt eine Einwilligung vor.
- KI-generierte Fahrzeuganzeigen brauchen den vollständigen Preis: Der Gesamtpreis ist anzugeben und bei aufgeteilten Preisbestandteilen hervorzuheben (§ 3 PAngV). Übertreibt die generierte Anzeige die Ausstattung oder erfindet Testergebnisse, ist das unlauter nach § 5 UWG.Beispiel: Die Anzeige mit Finanzierungsrate zeigt den Gesamtpreis prominent, und Ausstattungsangaben kommen nur aus den geprüften Fahrzeugdaten.
- KI für CV-Screening und Kandidaten-Ranking ist Hochrisiko-KI nach Anhang III der KI-Verordnung. Die Betreiberpflichten gelten ab dem 2. Dezember 2027: menschliche Aufsicht, Kontrolle der Eingabedaten und Protokollierung. Bauen Sie sie schon jetzt ein, dann müssen Sie später nicht nachrüsten.Beispiel: Die KI sortiert vor, ein Recruiter entscheidet; jede automatische Aussortierung bleibt nachvollziehbar protokolliert.
- Vor dem Rollout bestimmt der Betriebsrat mit: Tools, die Verhalten oder Leistung der Beschäftigten überwachen können, fallen unter § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG.Beispiel: Für das neue HR-Analytics-Tool schließen Sie erst die Betriebsvereinbarung, dann geht es live.
- Eine verzerrte KI-Auswahl trifft Sie als Arbeitgeber: AGG-Ansprüche richten sich gegen Ihr Unternehmen, die systematische Bewerberbewertung verlangt meist eine Datenschutz-Folgenabschätzung, und Emotionserkennung am Arbeitsplatz ist seit dem 2. Februar 2025 komplett verboten.Beispiel: Vor dem Start prüfen Sie das Screening auf Verzerrungen und dokumentieren die DSFA; auf Emotionsanalyse im Videointerview verzichten Sie ganz.
- Die BaFin ist seit dem 29. Juli 2026 Marktüberwachungsbehörde für KI-Systeme, die direkt mit einer regulierten Finanztätigkeit zusammenhängen (§ 2 Abs. 3 KI-MIG). Das betrifft nicht nur Hochrisiko-KI. Ihr Konzept für diese Aufsicht erarbeitet die BaFin 2026.Beispiel: Wer jetzt KI einführt, dokumentiert von Anfang an so, wie es die BaFin erwartet, statt später nachzurüsten.
- DORA und die BaFin-Orientierungshilfe vom Dezember 2025 rahmen KI als IKT-Risiko: Erklärbarkeit angemessen zum Risiko und Konzentrationsrisiken bei Cloud- und KI-Drittanbietern im Griff.Beispiel: Für jedes KI-System liegt fest, wie Ergebnisse zustande kommen und was beim Ausfall des Anbieters passiert.
- Generative KI ist in Banken Mainstream: Nach einer Umfrage der EBA unter bedeutenden Banken stieg die Nutzung von rund 40 Prozent Ende 2024 auf über 60 Prozent im ersten Quartal 2025. Die BaFin warnt zugleich vor Gleichlaufrisiken, wenn viele Institute auf ähnliche Modelle setzen.Beispiel: Chatbots, Betrugserkennung und Risikomodelle sind die typischen Einsatzfelder; wer einsteigt, bewegt sich im Branchenstandard, nicht im Experiment.
Zur Information, keine Rechtsberatung. Gesetze ändern sich, und jeder Fall hat eigene Besonderheiten. Für eine konkrete Entscheidung sprechen Sie mit einer Anwältin, einem Anwalt oder Ihrer Steuerberatung.
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